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Film “Toxic Harvest” und Filmgespräch mit Dr. Silke Bollmohr (INKOTA-netzwerk e.V.) über Europas doppelte Standards im Pestizidhandel

20. Januar 2026 // 19:00 bis 21:00

Kostenlos

Der Filmabend ist eine reine Präsenzveranstaltung im Zukunftssalon – ausnahmsweisse mal kein Zoom!

Der Export tödlicher Gifte
Europas doppelte Standards im Pestizidhandel

Filmvorführung mit anschließender Diskussion

Eintritt frei – Anmeldung erforderlich (siehe unten)

Thema:
Der Einsatz vieler hochgefährlicher Pestizide ist in der Europäischen Union (EU) verboten – ihr Export in Länder außerhalb der EU jedoch nicht. So gelangen gefährliche Chemikalien weiterhin in den globalen Süden, wo sie schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt haben.

Rückstände dieser Pestizide sind in zahlreichen Nutzpflanzen nachweisbar – und damit auch in der Nahrung vieler Menschen. Besonders gravierend sind die Auswirkungen jedoch für jene, die in der Landwirtschaft direkt mit diesen Stoffen in Berührung kommen. In vielen Ländern fehlen verbindliche Schutzvorkehrungen oder deren Kontrolle – mit teils verheerenden gesundheitlichen Folgen für Landarbeiter:innen. Doch nicht nur die Gesundheit der Menschen ist betroffen: Hochtoxische Pestizide belasten auch Böden und Gewässer und schädigen somit ganze Ökosysteme.

Diese EU-Exporte haben sich in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Mit Abstand größter Exporteur innerhalb der EU ist Deutschland. Nicht nur Chemiekonzerne wie Bayer und BASF sind hier aktiv. Auch das bayerische Chemieunternehmen Alzchem exportiert z.B. weiterhin das Pestizid Cyanamid, das als krebserregend und fortpflanzungsgefährdend eingestuft ist. Es wurde schon 2008 in der EU vom Markt genommen, weil es nachweislich erhebliche Gesundheitsrisiken, insbesondere für Landwirt:innen, in sich birgt. Alzchem exportiert weiterhin Cyanamid in großen Mengen. In Ländern wie Südafrika wird es in erheblichem Umfang eingesetzt.

 

Dokumentarfilm

TOXIC HARVEST
THE HIDDEN TRUTH ABOUT PESTICIDES
(2025, 64 Min., engl. mit dt. Untertiteln, Regie: Andréa Gema)

Der vom Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) in Südafrika produzierte Dokumentarfilm «Toxic Harvest» begleitet Landarbeiter:innen, die durch den Kontakt mit giftigen Pestiziden gesundheitliche Schäden erlitten haben. Fachleute sowie agrarökologische Kleinbäuerinnen und -bauern erläutern die Gefahren dieser Stoffe und zeigen nachhaltige Alternativen auf.

Gemeinsam prangern sie die menschenrechtlichen Doppelstandards der EU an und fordern verbindliche Gesetze, die den Export und Einsatz hochgiftiger Pestizide weltweit verbieten. Ihre Botschaft ist klar: Afrikanische Menschenleben sind nicht weniger wert als europäische!

Dr. Silke Bollmohr ist Ökotoxikologin und arbeitet seit vielen Jahren zu den Risiken von Pestiziden, insbesondere in afrikanischen Ländern. Sie setzt sich für ein Ende der Export-Doppelstandards bei Pestiziden aus Deutschland ein und fördert aktiv agrarökologische Alternativen wie Permakultur. Als Senior Policy Advisor beim INKOTA-netzwerk engagiert sie sich für gerechtere und nachhaltige globale Ernährungssysteme.

Teilnahme vor Ort (münchner zukunftssalon)

78 Teilnehmer
2 Tage bis Reservierung
Teilnahme anmelden

Details

Datum:
20. Januar 2026
Zeit:
19:00 bis 21:00
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstalter

oekom e.V.
INKOTA-netzwerk e.V.
Umweltinstitut München e.V.
Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V.

Veranstaltungsort

Münchner Zukunftssalon
Goethestr. 28
München, 80336 Deutschland
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