Ökonomie der Fürsorge (I/II): Care als zentrales Ordnungsprinzip von Leben [Essay von Tim Jackson]

Fürsorge ist die Grundlage allen Lebens: Kinder großziehen, Angehörige pflegen, sich um den Haushalt kümmern, Trost spenden, Zuhören, einfach „da“ sein – all das sind Formen der Fürsorge, von Sorge- oder Care-Arbeit. Sie sind ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft und des menschlichen Miteinanders. Fürsorge bzw. Care-Arbeit halten unsere Gesellschaft am Laufen. Und doch bleiben sie unsichtbar, werden schlecht oder gar nicht bezahlt und sind meist weiblich und marginalisiert. Obwohl Fürsorge für alles Leben so unerlässlich ist, dass sie selbst in unseren Instinkten tief verwurzelt ist, wird sie durch ökonomische Interessen und gesellschaftliche Konventionen immer wieder außer Kraft gesetzt bzw. entwertet. Wie sind wir in diese dysfunktionale Situation geraten? Was würde es bedeuten, Fürsorge ganz oben auf die gesellschaftliche Agenda zu setzen – allem voran die Sorge um den Erhalt und die Wiederherstellung von Gesundheit und gesunden Lebensverhältnissen?

Ein Transkript der Folge finden Sie hier.

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Tim Jackson, als Direktor des Centre for the Understanding of Sustainable Prosperity und Professor für nachhaltige Entwicklung an der University of Surrey (UK) erforscht er seit über drei Jahrzehnten die moralischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen von Wohlstand auf einem endlichen Planeten. sein Buch »Wohlstand ohne Wachstum« (oekom, 2011) war Buch des Jahres der Financial Times und Buch des Jahrzehnts bei UnHerd. Zudem ist Jackson preisgekrönter Dramatiker mit zahlreichen Radiobeiträgen für die BBC.

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